Everest: Guides sollen Bergsteiger mit Drogen vergiftet und Versicherungen um Millionen betrogen haben
Drogenskandal am Everest: Polizei deckt dreisten Betrug auf
Kathmandu, 3. April 2026 – Am Fuße des Mount Everest brodelt es. Die nepalesische Polizei ermittelt gegen mehrere Bergführer, die zwischen 2022 und 2025 ausländischen Alpinisten heimlich Drogen untergemischt haben sollen. Ihr Ziel: Die Kletterer sollten so krank gemacht werden, dass ein teurer Rettungsflug nötig wurde – und die Versicherungen kräftig zur Kasse gebeten werden konnten. Die Masche flog auf, nachdem Medien wie die New York Post und The Independent darüber berichtet hatten. Inzwischen sitzen bereits elf Verdächtige in Haft.
Tausende Bergsteiger in die Falle gelockt
Die Dimension ist gewaltig: Laut Polizei sind in den letzten Jahren 4.782 ausländische Bergsteiger Opfer des mutmaßlichen Betrugs geworden. Die Guides sollen ihnen – meist ohne deren Wissen – Stoffe verabreicht haben, die für heftige Übelkeit, Schwindel oder sogar Ohnmacht sorgten. In der Folge wurde der Notruf abgesetzt, der teure Hubschrauber kam – und die Rechnung ging an die Versicherung oder direkt an die Betroffenen.
„Wir haben über 300 verdächtige Rettungen gezählt“, erklärt ein Polizeisprecher. Rund 20 Millionen Euro sind so laut Ermittlern an Kosten zusammengekommen – eine Summe, die selbst erfahrene Beamte sprachlos macht.
Gefälschte Abrechnungen und ein ausgeklügeltes System
Die Polizei spricht von einem systematischen Betrug. Offenbar arbeiteten die Guides eng mit bestimmten Rettungsfirmen zusammen, um die Preise für die Flüge künstlich nach oben zu treiben. Teilweise wurden sogar Rechnungen für Behandlungen ausgestellt, die nie stattgefunden haben. „Die meisten Opfer hatten keine Ahnung, was mit ihnen passierte“, berichtet ein Ermittler. Erst nach ihrer Rückkehr nach Hause merkten einige, dass bei den Abrechnungen etwas nicht stimmte.
Ein italienischer Bergsteiger, der anonym bleiben möchte, erinnert sich: „Mir wurde plötzlich schlecht, ich bekam kaum noch Luft. Die Guides bestanden darauf, dass ich mit dem Hubschrauber ausgeflogen werde.“ Später erfuhr er, dass seine Versicherung dafür eine fünfstellige Summe bezahlt hatte.
Tourismusbranche in Aufruhr – Vertrauen erschüttert
Die Affäre schlägt in Nepal hohe Wellen. Der Bergtourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes. Jedes Jahr wagen Tausende den Aufstieg zum Everest – meistens mit einheimischen Guides. Die Regierung will jetzt strengere Kontrollen einführen und enger mit den Versicherungen zusammenarbeiten.
Der Präsident des nepalesischen Bergführerverbands macht klar: „Wir verurteilen diese Taten aufs Schärfste. Die meisten von uns arbeiten ehrlich.“ Trotzdem ist das Vertrauen vieler Touristen erschüttert. Einige Reiseveranstalter überlegen bereits, ihre Angebote zu überarbeiten oder zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen einzuführen.
Ermittlungen laufen weiter – das letzte Wort ist noch nicht gesprochen
Die Polizei betont, dass die Untersuchungen noch andauern. Weitere Festnahmen sind möglich. Auch internationale Versicherungen nehmen eigene Ermittlungen auf. Ein Sprecher einer europäischen Versicherung bestätigt: „Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen und gehen jedem Verdachtsfall nach.“
Ob und wie viele der betroffenen Bergsteiger gesundheitliche Schäden davongetragen haben, ist bislang unklar. Die nepalesischen Behörden raten allen Alpinisten, sich vor einer Expedition genau über ihre Guides zu informieren – und im Zweifel einen unabhängigen Arzt aufzusuchen.
Der Skandal wirft ein grelles Licht auf die Schattenseiten des Everest-Tourismus – und stellt das System der Rettungseinsätze am höchsten Berg der Welt auf eine harte Probe.

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