Russischer Gastanker erneut außer Kontrolle – Die Arctic Metagaz treibt im Mittelmeer
Der russische Gastanker Arctic Metagaz sorgt wieder für Schlagzeilen: Seit dem 3. März 2026 ist das Schiff im Mittelmeer führungslos unterwegs. Ein weiterer Versuch, den beschädigten Tanker abzuschleppen, scheiterte am Mittwoch – das teilte die libysche Seetransportbehörde am frühen Morgen mit. Die Lage ist ernst: Die Behörden sprechen von erheblichen Risiken für Schifffahrt und Umwelt.
Schleppversuch scheitert – Wetter macht Rettern einen Strich durch die Rechnung
Seit dem 24. März versuchen Einsatzkräfte, die Arctic Metagaz unter Kontrolle zu bringen. Doch das Wetter spielt einfach nicht mit. Starke Böen bis zu 50 Knoten, dazu Wellen bis zu fünf Metern – unter diesen Bedingungen mussten die Schlepper den Einsatz abbrechen. Das Schiff bleibt also weiter sich selbst überlassen, irgendwo draußen auf hoher See.
Explosionen an Bord – Besatzung verlässt Schiff fluchtartig
Bereits am 3. März hatte eine Reihe von Explosionen das Schicksal der Arctic Metagaz besiegelt. Die Crew verließ das Schiff und ließ es zurück. Zu diesem Zeitpunkt war der Tanker mit Flüssigerdgas (LNG) aus Russland unterwegs nach Ägypten. Laut russischen Angaben waren beim Verlassen noch rund 700 Tonnen Treibstoff und „eine erhebliche Menge Gas“ an Bord. Warum es zu den Explosionen kam? Das ist bislang unklar. Sowohl in Russland als auch in Libyen wird noch ermittelt.
Warnung an Schiffe – Abstand halten zur Arctic Metagaz
Die libysche Seetransportbehörde warnt eindringlich: Alle Schiffe und Behörden sollen einen großen Bogen um die Arctic Metagaz machen. Wer Rauch oder Feuer sieht, soll das sofort melden. Die Gefahr eines Brandes oder einer weiteren Explosion ist real, sagt ein Sprecher der Behörde am Telefon. Die aktuelle Position des Tankers wird regelmäßig aktualisiert und international weitergegeben.
Umweltrisiko und Gefahr für die Schifffahrt
Fachleute schlagen Alarm: Sollte Gas oder Treibstoff austreten, könnte das katastrophale Folgen für das Mittelmeer haben. „Ein Leck würde das Ökosystem schwer treffen“, warnt ein Vertreter der Umweltorganisation Marevivo. Auch für andere Schiffe ist der führungslose Tanker ein echtes Risiko. Kapitän Ahmed El-Masri, der regelmäßig Frachter zwischen Malta und Alexandria steuert, bringt es auf den Punkt: „So ein unkontrollierter Tanker ist für alle in der Nähe eine Gefahr.“
Behörden fordern Hilfe – Internationale Zusammenarbeit gefragt
Die libyschen Behörden haben bereits Kontakt zu Russland und Ägypten aufgenommen, um eine Lösung zu finden. „Wir sind im Gespräch mit Moskau und Kairo“, bestätigt ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Tripolis. Auch die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) ist informiert. Doch solange das Wetter so bleibt, ist an einen neuen Schleppversuch nicht zu denken.
Wie geht es weiter mit der Arctic Metagaz?
Die Zukunft der Arctic Metagaz ist ungewiss. Die Wetterprognosen bleiben düster: Starke Winde und hohe Wellen halten an. Die Angst wächst, dass das Schiff auf Grund läuft oder sogar auseinanderbricht – mit unabsehbaren Folgen für das zentrale Mittelmeer. Die Behörden bleiben wachsam. „Wir hoffen auf besseres Wetter“, sagt der Sprecher der libyschen Seetransportbehörde, „doch im Moment ist die Lage weiter kritisch.“

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